Natürlich putzen ohne Chemie

Frühjahrsputz mit der Kraft der Natur

Frühjahrsputz mit der Kraft der Natur. Hier kommen die acht besten Tipps für alle zum Thema Putzen ohne Chemie

Putzen ohne Chemie? Das geht doch gar nicht! – „Dann wird es doch gar nicht richtig sauber!“ – „Dann riecht es doch noch nicht mal gut!“ – „Das ist mir viel zu aufwendig!“ … Diese und andere Vorurteile bekommt man zu hören, wenn man über das Putzen ohne Chemie redet. Dabei ist Saubermachen, ohne dabei die Chemiekeule zu schwingen nicht nur besser für die Umwelt und den Geldbeutel, es macht auch noch richtig gut sauber! Hier kommen die acht besten Tipps für alle, die dieses Jahr den Frühjahrsputz ohne Chemikalien schaffen möchten …

Wenn Sie vorhaben, auf nachhaltige und natürliche Art und Weise sauberzumachen, machen Sie sich keine hochtrabenden, philosophischen Gedanken. Sie brauchen, grob gesprochen, lediglich drei Grundsätze zu beherzigen: Mechanisch ist besser als chemisch! Vertrauen Sie auf die (Reinigungskräfte der) Natur! Besser geruchsneutral gereinigt als nur mit Duftstoffen überdeckt!

Um die Anzahl der chemischen Reiniger und selbsternannten „Wundermittel“ in Ihrem Haushalt drastisch zu reduzieren, führen Sie sich vor Augen, dass es streng genommen nur drei Substanzen braucht, um die ganze Wohnung zu reinigen: 1) Tenside – Sie lösen Fett, kommen also vor allem beim Spülen und der Küchenreinigung zum Einsatz. Sie sind in allen Spülmitteln oder Neutralreinigern enthalten. 2) Säuren – um Kalkrückstände und Flecken aller Art zu entfernen. Hier sind Essig- und Zitronensäure die natürlichsten Mittel der Wahl. 3) Einen Allzweckreiniger, zur Badreinigung bzw. zur Bodenpflege. Dieser lässt sich, frei von allen künstlichen Parfümdüften, ganz einfach aus Natron, Kernseife, etwas Zitronensaft und Wasser selbst herstellen.

1. Wie stelle ich Reiniger selbst her?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für einen guten, umweltfreundlichen und noch dazu besonders günstigen Allzweckreiniger benötigen Sie nur folgende Zutaten: Für 250 ml Reiniger reichen 1 Teelöffel Natronpulver, 1 Teelöffel geriebene Kernseife (gibt es in jedem Super- oder Drogeriemarkt), 1 Spritzer Zitronensaft, 1 Tasse warmes Wasser und 1 Sprühflasche. Wenn Sie nicht auf den vertrauten Duft eines Reinigers verzichten möchten, empfehle ich, einfach einige Tropfen ätherisches Öl (z. B. Eukalyptus, Lavendel oder Teebaum) hinzuzugeben. Diese Öle haben neben dem angenehmen Duft den weiteren Vorteil, dass sie antibakteriell wirken. So funktioniert die „Herstellung“ Ihres Reinigers zum Thema Putzen ohne Chemie: Die Kernseife mit dem warmen Wasser in einen kleinen Topf oder eine Schüssel geben, gründlich (am besten mit einem Rührbesen) vermengen, dann das Gemisch etwas abkühlen lassen, die übrigen Zutaten zugeben, nochmals umrühren, alles komplett erkalten lassen und schließlich in die Sprühflasche umfüllen. Schon kann das natürliche Putzvergnügen losgehen …

2. Wie bekomme ich meinen Abfluss sauber?

Bei der Reinigung von leicht bis mittelstark verstopften Abflüssen bewahrheitet sich einmal mehr der Spruch, dass die ältesten Hausmittel immer noch die besten sind! Eine Mischung aus Natronpulver (Backpulver geht auch) und Essig eignet sich hierzu nämlich perfekt. Zum Reinigen des Abflusses 4 Esslöffel Natronpulver oder Backpulver in den zu reinigenden Abfluss geben und dann eine halbe Tasse Essig hinterher schütten. Im Abfluss beginnt es zu blubbern und zu sprudeln. Sobald die Geräusche verklungen sind, bitte mit reichlich heißem Wasser nachspülen. Bei hartnäckigeren, sprich (fast) vollständigen Verstopfungen, sollten Sie aber entweder das Rohr ausbauen oder aber die Saugglocke (häufig auch schlicht Pömpel genannt) zum Einsatz bringen.

3. Wie reinige ich meinen Backofen beim Thema Putzen ohne Chemie?

Auch hier kann ich Ihnen das organische Wundermittel Natron nur wärmstens empfehlen. Für die Reinigung von Verschmutzungen und Eingebranntem im Backofen ist es geradezu ideal! Für den turnusmäßigen Frühjahrsputz im Backofen ganz einfach Natronpulver in einer kleinen Schüssel im Verhältnis 1:1 mit Wasser mischen. Danach mit einem Schwamm oder einem Backpinsel die entsprechenden Stellen im Ofen behandeln und warten, bis das Gemisch wieder getrocknet ist. Dann das Pulver mit einem Besen auskehren und den Rest mit einem feuchten Lappen entfernen. Fertig! (Extra-Tipp von mir: Auch hartnäckige Flecken und Verkrustungen auf Keramikkochfeldern lassen sich so schonend und ohne Kratzer reinigen.)

4. Wie halte ich meinen Kühlschrank sauber und frei von Gerüchen?

Das wohl nützlichste Haushaltsgerät kann uns auch am meisten Ärger machen: der Kühlschrank. Das fängt beim Abtauen an und endet beim Beseitigen von üblen Gerüchen und Lebensmittelrückständen. Bedenken Sie, dass jeder üble Geruch ein Zeichen von Keimen im Kühlschrank ist. Zur Reinigung können Sie auch hier entweder viel Geld in heilsversprechende „Wunder-Reiniger“ investieren oder Sie vertrauen der Natur – nämlich der Kühlschrank-Reinigung mit Essigessenz. Dazu einfach 100 ml Essig mit 200 ml Wasser vermischen. Dann mit einem in der Mischung getränkten Lappen alle Flächen, Fächer und Fugen des ausgeschalteten und vom Stromnetz abgezogenen Kühlschranks abwischen. Danach nochmal gründlich mit klarem Wasser nachwischen, fertig. Kleiner Tipp: Wem der Geruch von Essig nicht behagt, kann den Kühlschrank und das Gefrierfach stattdessen auch mit Zitronenwasser reinigen: Dazu ein bis zwei BIO-Zitronen hälfteln, auspressen und den Saft im Verhältnis 1:1 mit Wasser vermischen. Zur Reinigung dann so vorgehen wie oben beschrieben.

Falls Sie Ihren Kühlschrank noch geruchsneutraler reinigen möchten, wie wäre es alternativ nur mit Wasser? – Ein vielseitig einsetzbarer Dampfreiniger kostet nicht viel und ist, mit dem entsprechenden Aufsatz, auch hervorragend zum Säubern des Kühlschranks ganz ohne chemische Zusätze geeignet.

5. Wie entkalke ich meine Wasserkocher und die Kaffeemaschine?

Zwei andere Geräte, die inzwischen in fast jeder Küche zu finden sind, sollen hier auch nicht unerwähnt bleiben, da Sie zwar nicht auf Dauerbetrieb laufen wie ein Kühlschrank, aber auch regelmäßig gründlich geputzt werden sollten: Wasserkocher und Kaffeemaschine. Auch hier kommt man bei der natürlichen Reinigung nicht an den Haushaltswundermitteln Essig und Zitrone vorbei. Kalkränder und Ablagerungen, die sich, je nach Härtegrad Ihres Leitungswassers, schon nach wenigen Einsätzen in Ihrem Wasserkocher bilden können, können Sie z. B. ganz schnell und einfach mit einer Zitronenhälfte zu Leibe rücken. (Nach dem Einwirkenlassen gründlich mit Wasser nachwischen, dann am besten den Wasserkocher füllen und das klare Wasser aufkochen, um Zitronen- und lose Kalkrückstände zu entfernen.)

Die geliebte Kaffee-, bzw. Padmaschine oder den Vollautomaten können Sie ebenfalls mit Essigessenz problemlos reinigen und entkalken. Ich erläutere Ihnen den Vorgang hier am Beispiel einer Kaffeefiltermaschine. Stellen Sie zwei Tassen kaltes Wasser und eine Tasse Essigreiniger bereit und setzen Sie einen ungebrauchten Papierfilter in die Maschine ein. Dieser wird beim Entkalken Kalk- und Schmutzkrümel auffangen. Dann geben Sie zuerst das Wasser und anschließend den Essig in die Maschine. Stellen Sie die Maschine an und lassen Sie sie bis zur Hälfte der zugegeben Flüssigkeitsmenge durchlaufen. Schalten Sie nach dem Durchlauf der ersten Hälfte die Kaffeemaschine für ungefähr 20 Minuten aus.

In dieser Zeit wirkt das Essig-/Wassergemisch in den Leitungen ein und löst dort Verschmutzungen und Kalkablagerungen. Schalten Sie die Maschine nach dieser Zeit wieder an und lassen Sie den Reiniger bis zum letzten Tropfen durchlaufen. Der Reinigungsvorgang ist abgeschlossen. Schütten Sie nun das Dreckgemisch in der Kaffeekanne weg und entsorgen Sie die Filtertüte. Füllen Sie zum Schluss den Wassertank bis zum Maximum und lassen Sie die Maschine mindestens zweimal ganz durchlaufen, um den Essig sowie gelöste Kalk- und Schmutzpartikel zu entfernen.

6. Was kann ich generell tun, um unnötigen Abfall beim Putzen zu vermeiden?

 

 

 

 

 
Zum Thema Putzen ohne Chemie gehört auch die Abfallvermeidung. Versuchen Sie, den Einsatz von Einmal-Putzlappen, -Staubwedel, -Staubtücher und von Küchenrolle ganz zu vermeiden. Verwenden Sie stattdessen die „guten“, alten Putzlumpen. Ein altes Küchenhandtuch oder alten Socken erfüllen den Zweck vollkommen. Überlegen Sie außerdem, in welchen Fällen Sie sich den Strom für Ihren Staubsaugers sparen können und ein Handfeger bzw. Besen oder ein einfach zu reinigender Staubwedel nicht denselben Zweck erfüllen würde.

7. Wie halte ich meine Putz-Utensilien sauber?

Dafür gibt es eine klare Regel: Regelmäßiges Waschen bei 60 Grad stoppt das Keimwachstum auf den Putzlappen und -schwämmen. Dadurch vermeiden Sie zusätzlich unnötigen Abfall und haben jederzeit saubere Reinigungshelfer.

 

 

 

 

8. Wie kann ich Spülschwämme und -lappen selbst machen?

Werden Sie kreativ beim Thema Putzen ohne Chemie! Anstatt mehrmals im Monat Geld für Spüllappen und -schwämme oder vollkommen überteuerte, selbsternannte „Super-Allzwecktücher“ auszugeben, greifen Sie zu Häkelnadel und innovativer Spezialwolle! Leicht verständliche Häkelanleitungen und Erklär-Videos gibt es im Internet – schon wenig später ist dann ihr neuer, ganz individueller Topfschwamm oder Spüllappen fertig. Und er sieht auch noch frech und putzig aus …

Wenn Sie für Ihren Frühjahrsputz in Wohnraum, Küche und Bad also ein paar einfache Grundsätze und die hier genannten Tipps beachten, wird das Reinemachen auch ganz ohne Chemiekeulen-Einsatz zu einem nicht nur preisgünstigen und umweltfreundlichen, sonder auch vollkommen zufriedenstellenden Erlebnis!

Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Start in den Frühling und viel Freude beim Wohnungsputz!

Ihre
Regina Schmidt

Regina Schmidt

„An jedem Einzelnen liegt es, ob aus einem Haus ein Zuhause wird“. Ganz nach diesem Motto bin ich bei BADER für alles was Haus und Garten betrifft in meinem Element.

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