Was ist Taft? ➤ Alle Antworten zu Taft in unserem Stofflexikon

Was ist Taft?

Die Definition von Taft

Taft hat bereits eine lange Tradition. Im 12. Jahrhundert wurde der Stoff zum ersten Mal in Bagdad gefertigt. Sein Name stammt von dem persischen Wort tafteh ab, was sich mit „gewebt“ übersetzen lässt.
Taft ist ein leinwandbindiges (taftbindiges) Gewebe. Durch diese Webkunst entsteht beim Taftstoff ein Muster, welches einer feinen horizontalen Rippung gleichkommt. Bei der Taftherstellung wurde früher lediglich Seide verwendet. Aus Kostengründen wird Taft heutzutage überwiegend aus Kunstseide, Acetat oder Polyester hergestellt.

Was für ein Stoff ist Taft?

Wenn Sie ein Promimagazin aufschlagen, sehen Sie eine Menge Fotos, auf denen die Stars und Sternchen Taftkleider am Abend oder bei ihrer Hochzeit tragen. Gerade für luxuriöse Kleider ist Taft sehr beliebt. Denn Taft hat die Eigenschaft, dass er durch seine Webart fest und steif ist, aber dennoch einen leichten Schimmer hat. So wirkt er sehr edel und Sie können beim Zusehen das sinnliche Rascheln des Tafts förmlich hören.

Welche unterschiedlichen Taftstoffe gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten von Taft: weichen, steifen, leichten, schweren, transparenten und blickdichten Taft. Dies sind die gängigsten Stoffarten:

  • Stückgefärbter Taft ist weicher und wird häufig als Innenfutter verwendet.
  • Garngefärbter Taft ist steifer und wird für die Herstellung von teuren Abendkleidern bevorzugt.
  • Papiertaft ist besonders dünn und körnig.
  • Taftmoiré ist bekannt für seine dekorative Maserung.
  • Taftfaille ist fein gerippt.
  • Taftbroché ist mit stickereiähnlichen Figuren geschmückt.
  • Taftchiffon ist bekannt für seine leichte Qualität.

Unser Tipp: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der Taftstoff eine gute Qualität hat, gehen Sie mit Ihrem Fingernagel über die Oberfläche. Wenn sich die Schussfäden trennen, ist die Bindung nicht eng genug und die Qualität lässt zu wünschen übrig.

Wofür wird Taft verwendet?

Dank seines fließenden Falls und des luxuriösen Glanzes ist Taft ein beliebter Stoff für Abend-, Ball- und Brautkleider. Aber auch Jacken werden aus diesem Stoff gefertigt. Dünnerer Taft wird als Innenfutter verwendet, dickerer Taft als Gardinenstoff, da er Falten wirft und diese mit der Zeit bestehen bleiben. Aber auch Polstermöbel, Sonnenschirme, Handtaschen und Schlafsäcke werden mit Taft angeboten. Zu den neuesten Taftprodukten gehören die Taft shoes: Schuhe, deren Oberfläche entweder ganz oder nur teilweise mit Taft überzogen ist.

Ist Taft gewirkt oder gewebt?

Gewirkte Stoffe gehören zu den Maschenwaren. Der Stoff wird durch eine sogenannte Wirkmaschine hergestellt, indem eine Vielzahl von Maschen auf einmal gebildet werden, durch die ebenfalls eine Vielzahl an Nadeln schlingen. Taft entsteht jedoch durch Leinwandbindung. Deshalb ist die Frage ganz klar zu beantworten: Taft wird nicht gewirkt, sondern gewebt.

Tipps zur Pflege und Nähen mit Taft

Taft ist bekannt für seinen festen Stand und den intensiven Glanz. Jedoch ist er durch seine Eigenschaften auch pflegebedürftig. Damit Taft beim Waschen nicht knittert, sollten Sie Ihre Kleidungsstücke entweder zur professionellen Reinigung bringen, kalt oder bis maximal 30 Grad in der Waschmaschine waschen – dann jedoch bitte im nassen Zustand aufhängen.
Möchten Sie Ihre Taftprodukte bügeln, achten Sie bitte darauf, dass der Stoff trocken und auf links gedreht ist. Das Bügeleisen sollte auf niedrige Temperatur eingestellt und der Dampf ausgestellt werden, da Wasserflecken auf Taft entstehen können. Müssen Sie Ihr wertvolles Stück auf rechts bügeln, verwenden Sie bitte ein Bügeltuch.
Wenn Sie mit Taft nähen möchten, können Sie den Stoff für eine weichere Haptik vorher waschen. Damit der Stoff keine Fäden ziehen kann, sollten Sie eine scharfe Nadel benutzen. Bitte keine Schneiderkreide oder wasserlöslichen Stifte auf dem Taft verwenden, da diese Flecken hinterlassen können. Da der Stoff nicht elastisch ist, sollte er beim Nähen immer gespannt gehalten werden.